Safe(r) Space Richtlinien

Den queerefeministischen Poly- und Beziehungsanarchie-Treff verstehen wir ausdrücklich als einen geschützten Raum, einen Safe(r) Space, in dem wir uns treffen, begegnen und austauschen können. Darum haben wir die folgenden Punkte zusammen in der Gruppe ausgearbeitet. Dabei stand für uns die Stimmung und die Atmosphäre im Vordergrund, die wir uns auf dem Treffen wünschen.

Anmerkung: Ganz am Ende der Seite befindet sich ein Glossar, in dem die hier verwendeten englischsprachigen Begriffe noch einmal beschrieben wurden.

1. Awareness-Team
Auf dem Treffen gibt es immer mindestens eine Ansprechperson, an die ich mich wenden kann. An diese Personen kann ich mich wenden, wenn ich Dinge sehe, die bewirken, dass ich mich in diesem Raum unwohl fühle oder wenn ich Hilfe brauche. Damit ich diese Personen leicht erkenne, sind sie als Awareness-Team gekennzeichnet.

2. Rücksicht
Ich bemühe mich aus Rücksicht auf andere, diskriminierungsfreie und einfache Sprache zu benutzen. Das heißt, ich verzichte zum Beispiel auf Ausfragen (Abschreckendes Beispiel: Hallo ich bin xyz, wie heißt du? Bist du lesbisch/schwul/bi… und wie oft hast du Sex?) oder versuche auf Fremdwörter zu verzichten, wenn ich darum gebeten werde.

3. Fragen
Ich möchte gerne gerne, dass mir andere frei von Annahmen über meine Identität, Pronomen, Wünsche und Grenzen begegnen. Einige tragen vielleicht Namensschilder mit Namen und bevorzugten Pronomen, aber nicht alle. Und wenn ich mir nicht sicher bin, frage ich lieber einmal mehr freundlich nach. Das gilt zum Beispiel auf für körperliche Nähe, so frage ich vorher nach, ob eine Umarmung gewünscht wird.

4. Zuhören
Sollte ich dennoch mal eine schwierige, verletzende oder diskriminierende Wörter oder Sätze gesagt haben und werde darauf angesprochen, höre ich zuerst zu und versuche, nicht wütend zu werden. So wie ich meine eigenen Verletzungen habe, haben andere Menschen ihre vielleicht an anderer Stelle.

5. Anerkennung
Ich erkenne andere Geschichten, andere Erlebnisse, andere Erfahrungen an. Vielleicht habe ich ja selbst auch schon Erfahrungen gemacht, die mir andere zuerst nicht glauben wollten.

6. Einfache Sprache
Ich versuche meine Wörter so zu wählen, dass mich alle in der Gruppe verstehen können und keine Person aufgrund der Herkunft, der Schicht oder aus gesundheitlichen Gründen aus dem Gespräch ausgeschlossen wird. Und wenn ich zu oft nach der Bedeutung von Worten gefragt werde, versuche ich einfachere Wörter zu benutzen.

7. Wohlwollender zweiter Versuch
Wenn ich mich mit einer Person unterhalte und das erste Mal schwierige und verletzende Worte höre, mache ich sie darauf aufmerksam. Vielleicht wusste sie davon noch nichts. Wiederholt diese Person das Verhalten oder zeigt sich uneinsichtig, kann ich mich an das Awareness-Team wenden.

Anmerkung:
Wenn du das Gefühl hast, es fehlen noch einige Punkte oder du hast Anregungen oder Wünsche, dann kannst du uns gerne eine Mail an »postweg@faqcologne.de« schreiben.

Weil es so viele verschiedene Pronomen gibt, hat eine ganz liebe Person einen kleinen Flyer erstellt, auf dem eine Auswahl verschiedener Pronomen (PDF 300 kB) zusammengefasst sind. Wenn du noch auf der Suche nach deinem Pronomen bist, findest du vielleicht auf der Seite meinnamenmeinpronomen.wordpress.com weitere Infos, die dir weiterhelfen können.

Glossar:

  • Safe(r) Space:
    Beschreibt einen besonders geschützten Raum im dem bestimmte Regeln und Richtlinien gelten, die ein unbeschwertes miteinander ermöglichen sollen. Die Richtlinien dieses Safe Spaces hat sich am intersektionellen Queerfeminismus orientiert, was im konkreten Fall bedeutet, dass wir die Existenz von verschiedenen Geschlechter- und Gender_Identitäten anerkennen und als Teil einer wundervollen Vielfalt willkommen heißen. Außerdem dulden wir keine Diskriminierungen in jeglicher Form.
    Das „(r)“ bedeutet hier, dass uns wohl bewusst ist, dass es einen vollkommenen Safe Space nicht gibt, wir aber alle gemeinsam, wenn wir uns die oben genannten Richtlinien zu Herzen nehmen und mit Leben füllen einen sichereren Ort einen Safer Space schaffen können.
  • Awareness-Team:
    Das Awareness-Team ist für die Organisation dieses Raumes zuständig. Die Mitglieder dieses Teams sind sich der verschiedenen Formen von Diskriminierungen bewusst und versuchen sie zu reflektieren. Und auch wenn wir auch nur Menschen sind, die in dieser Gesellschaft sozialisiert wurden, versuchen wir möglichst fair zu helfen, zu handeln und schlichtend einzugreifen, falls es notwendig wird.